Saison 2015 / 2016

Butzbach (br) - Einen äußerst erfolgreichen Auftakt feierte das deutsche Team bei den Sport Stacking Weltmeisterschaften in Speichersdorf/Bayern. Am ersten Wettkampftag wurden die Weltmeister in den Staffelwettbewerben unter den 21 teilnehmenden Nationen ermittelt. Gegen sehr starke Konkurrenz insbesondere aus Südkorea, Malaysia, Taiwan und den USA gelang den deutschen Staffelteams die stolze Bilanz von 12 Gold-, 10 Silber und 4 Bronzemedaillen. Stacker des heimischen SST Butzbach waren an 7 Gold-, 9 Silber und 3 Bronzemedaillen beteiligt.

Bereits am Freitagnachmittag erfolgte der feierliche Einmarsch der 268 Teilnehmer aus 21 Nationen in die festlich geschmückte Sportarena. Nach einigen Grußworten zeigte sich schon beim Stack-Out-Einlagewettbewerb, dass mit den asiatischen Ländern stark zu rechnen ist. Der 11jährige Chan Keng Ian aus Malaysia begeisterte mit 5er-Cyclezeiten am Fließband das Publikum und gewann gegen die schnellste taiwanesische Stackerin Chu-Chun Yang in einem atemberaubenden Finale. Anschließend stellten sich alle Nationen mit einer kurzen Showeinlage auf der Bühne vor und es gab reichlich Gelegenheit, Mitbringsel aus den Heimatländern mit anderen Stackern auszutauschen.

Der Samstag begann mit der Qualifikation für die Finalwettbewerbe am Sonntag, die jeder Stacker in den Disziplinen Einzel, Doppel sowie Zeitstaffel durchlaufen musste. Danach wurden in den Head-to-Head-Staffeln die ersten Weltmeister ermittelt. Im KO-System treten jeweils zwei Teams gegeneinander an, wer zuerst zwei Rennen für sich entscheidet, zieht in die nächste Runde ein. In der Altersklasse 19-24 Jahre kam es zu einem rein deutschen Finale in der 363-Staffel. Hier unterlag das Team mit den Butzbacher Stackern Leon Reuhl, Mohammed Sahraoui, Jacqueline und Kevin Nalasko, die von Daniel Kern aus Quickborn verstärkt wurden, nur ganz knapp und gewann die Silbermedaille vor den Teams aus den USA und der Schweiz.

Staffel AK 19-24 Jahre mit der Silbermedaille

Gold und Silber gewann SST-Stacker Boris Konrad mit dem Team der Masters 1 (25-34 Jahre): Während sich auch hier im 363-Wettbewerb das zweite deutsche Team knapp durchsetzte, drehte im Cycle-Wettbewerb das Masters 1 Team den Spieß um und wurde Weltmeister. Ein ähnliches Bild bot sich bei den Masters 3 (45-59 Jahre). Auch hier gab es zwei rein deutsche Finals, das 363-Finale gewann das Team mit Ilona Reuhl (SST), Holger Müller, Robert Sinkovic, Wolfgang Bleischwitz und Richard Mellmer, im Cycle-Finale war das zweite deutsche Team besser und gewann Gold.

Bei den Kindern und Jugendlichen gab es die ersten Jubelschreie im Sektor der 10jährigen, denn hier hatte die deutsche Staffel im 363-Wettbewerb die favorisierten "Taiwan Lions" in Schach gehalten und in einem Herzschlagfinale den Weltmeistertitel gewonnen. Zu den Stackern gehörten neben Lara Ortwein vom SST Butzbach Pablo Schleussner, Kaja Schilcher, Katharina Reiß und Christopher Sinkovic. Gecoacht wurde das Team von Ilona Reuhl. Im Cycle trafen die beiden Teams im Finale erneut aufeinander, diesmal jedoch gab es einen klaren Sieg für Taiwan, Platz 3 und 4 gingen an Teams aus Malta.

In der Altersklasse 12 Jahre und jünger waren die Malysia Junior All Stars eine Klasse für sich und wurden zweifacher Weltmeister, Silber und Bronze gingen jeweils an deutsche Staffeln. Zweifacher Vizeweltmeister wurde Maximilian Gemmer vom SST, zweimal Bronze gewann Lisa Ortwein (SST).

Einen unglaublich spannenden Wettkampf erlebten die Zuschauer in der Altersklasse 16 Jahre und jünger, wo die Rekordzahl von 13 Teams an den Start ging. Sehr gut hielt sich WM-Debütant Manuel Schichau vom SST Butzbach, der mit dem "Newcomer"-Team gut mithalten konnte, allerdings nicht in die Medaillenränge kam. Die beiden anderen deutschen Teams schafften es mit großer Sicherheit und Konstanz in die Runde der letzten Vier. Im Halbfinale schlug das Team "Wunschlos glücklich" mit Marie Henrich und Shanice Klingelhöfer (beide SST Butzbach), die gemeinsam mit Luis Grasser, Michelle Gosslau und Carmen Knie an den Start gingen, das zweite deutsche Team und zog ins Finale ein. Im zweiten Halbfinale setzte sich Südkorea knapp gegen Malaysia durch. Nachdem das zweite deutsche Team gegen Malaysia Bronze gewonnen hatte, schien Südkorea einem deutlichen Sieg gegen "Wunschlos Glücklich" entgegenzusteuern, leistete sich dann aber einen Wechselfehler, so dass ein alles entscheidendes drittes Match ausgetragen werden musste. Hier zeigten die Deutschen Nervenstärke und als bei Südkorea ein Becher vom Tisch fiel, brachte Marie Henrich den Durchgang sicher zu Ende und sprang jubelnd ihren Teamkameraden in die Arme, die "wunschlos glücklich" einen sensationellen Weltmeistertitel feierten! Im Cycle zeigten alle favorisierten Teams Nerven und leisteten sich Stackfehler, so dass das sichere deutsche Team 16u einen Überraschungscoup landete und Weltmeister wurde.

Die Staffel "Wunschlos Glücklich"

Bei den 363-Zeitstaffelwettbewerben treten die vier besten Teams der Vorrunde an und haben drei Versuche, um eine möglichst schnelle Zeit zu erzielen. Die Versuche werden mit Videokameras aufgezeichnet, um bei der Videokontrolle mögliche Wechselfehler sehen zu können, die oft für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind. Hier gewann Lara Ortwein mit dem Team der 10jährigen eine weitere Silbermedaille.

In die Weltmeisterlisten trugen sich die Butzbacher Lara Ortwein mit dem Team Germany 10u ein

Maxi Gemmer landete mit dem Team Germany NJFM der 12jähigen im 363-Zeitstaffelwettbewerb großen Coup, den das deutsche Team hielt mit 16,028 sec. gegenüber 16,225 sec. die Malaysia All Stars in Schach und wurde Weltmeister!

Bronze gewann auch hier Lisa Ortwein mit dem Team LiSoMaNiTo vor der Schweiz.

"Wunschlos glücklich" musste diesmal die Überlegenheit von Team Soul Korea Red anerkennen und gewann Silber. Bei den 19-24jährigen trugen sich die SST-Stacker Leon Reuhl, Mohammed Sahraoui, Jacqueline und Kevin Nalasko in die Weltmeisterlisten ein, mit 14,736 sec. waren sie zudem das viertschnellste Team des Tages. Die zweite Goldmedaille gewann auch Boris Konrad mit den Masters 1, Ilona Reuhl holte mit dem Team "Projekt 20.19" Silber.

Das Team "Projekt 20.19"

Nach diesen tollen Ergebnissen des deutschen Teams war die Stimmung bei der abendlichen Teambesprechung mit Coach Burkhard Reuhl natürlich blendend. Der große Druck war von allen abgefallen, nun konnte sich jeder mit der nötigen Lockerheit auf die Einzel- und Doppelfinals am Sonntag vorbereiten (Bericht folgt).


Text und Fotos: br

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