Saison 2007 / 2008

BUTZBACH/DENVER. (br). Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mit 26 Gold-, 18 Silber- und 10 Bronzemedaillen sowie zahlreichen weiteren Finalplatzierungen konnte das deutsche Team bei den Sport Stacking Weltmeisterschaften am 5. und 6. April in Denver / USA nahtlos an die großartigen Erfolge der  Vorjahre anknüpfen. Erfolgreichste Medaillensammler für Deutschland waren der 9jährige Ryan Powell und Ilona Reuhl (Masters 3, beide SST Butzbach), die jeweils fünf Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen gewannen. Für die sportlichen Highlights im „Finale der Champions“ sorgten Timo Reuhl und David Wolf, die mit 7,65 Sekunden den Gesamtweltrekord im Cycle zurückeroberten, sowie Timo Reuhl, Tanja Buchholz, Marcus Reitz und Miriam Christ. Sie verbesserten im Bühnenfinale der 3-6-3-Zeitstaffel mit 13,19 Sekunden ebenfalls den Gesamtweltrekord.

Schon bei der Sichtung der Vorrundenergebnisse vom Samstag wurde deutlich, dass sich das Niveau im Spitzenbereich gegenüber 2007 nochmals deutlich erhöht hatte. So reichten zum Beispiel in der Altersklasse 13 und 14 Jahre die sehr guten Cyclezeiten von Laura Baumann (8,20 Sek.) und Marcus Reitz (8,27 Sek.) nicht mehr zum Einzug ins Finale der besten Zehn. Ähnlich hart war die Auslese bei den 15- bis 18jährigen, wo Carina Hieronymi , Dominik Ratz,  Jil Rück und Ann-Katrin Wolf trotz guter 8er-Zeiten in den Einzeln die Segel streichen mussten. Nach wie vor stark dagegen war das Auftreten der deutschen Staffeln, die aus den Turnierwettbewerben mit 6 Gold-, 2 Silber und einer Bronzemedaille hervorgingen (die BZ berichtete).

Nach Abschluss der Finals stellte sich das gesamte deutsche Team mit allen gewonnenen Pokalen zu einem Mannschaftsfoto auf.

Am Sonntag standen zum Auftakt die 3-3-3-Finals auf dem Wettkampfprogramm. Die jüngste deutsche Teilnehmerin Marie Henrich (8 Jahre, SST) verpasste in den Disziplinen 3-3-3 und 3-6-3 als Vierte jeweils denkbar knapp die Medaillenränge (2,68 bzw. 3,22 Sek.) Bei den 9jährigen gewann Ryan Powell (SST Butzbach) mit neuem Weltrekord von 2,19 Sek. seine erste Goldmedaille, Silber ging an seinen Teamkameraden Jonas Rödl (2,33 Sek.).  Auch nach dem 3-6-3-Finale durfte Ryan die Goldmedaille mit der Weltrekordzeit von 2,65 Sek. entgegennehmen, Jonas wurde Fünfter in 3,34 Sek. Im  Cycle hatte Conner Miller (Louisiana/USA) mit 7,59 Sek. einen brillanten Lauf erwischt, Ryan gewann in 8,08 Sek. die Silbermedaille, Jonas wurde mit 9,68 Sek. Sechster.

Auch die 12jährigen starteten mit einem deutschen Doppelsieg in das Turnier: David Wolf (2,21 Sek. ) und Leon Reuhl (2,27 Sek.) gewannen Gold und Silber, Sabrina Gargiullo zeigte sich diesmal wettkampfstark und konzentriert und wurde in 2,47 Sek. Sechste. Auch im 3-6-3-Finale waren die Drei unter den Top 5 platziert. Davids 2,65 Sek. wurden in letzter Minute noch von Chris Dular (Ohio/USA; 2,63 Sek.) unterboten, so dass er Silber gewann. Sabrina stackte 2,84 Sek. und wurde Vierte, Leon folgte mit 2,88 Sek. auf Platz 5. Im Cycle rückte David die Verhältnisse dann wieder zurecht und gewann souverän mit 7,44 Sekunden. Leon (9,02 Sek.) und Sabrina (9,11 Sek.) kamen nicht fehlerfrei über die Runden, freuten sich aber über Platz 7 und 8 in diesem erlesenen Teilnehmerfeld.

Noch größer war die Leistungsdichte bei den 13- und 14jährigen. Trotz der sehr guten Zeit von 2,21 Sek.  platzierte sich Timo Reuhl hier nur auf Rang 5 und führte damit das Feld der deutschen Teilnehmer vor Tanja Buchholz (2,34), Stefan Bleischwitz (2,41) und Florian Friedrich (2,53) an. Gold und Silber gingen mit 2,09 bzw. 2,11 Sek. an die US-Amerikaner Joel Brown und Luke Myers. Im 3-6-3-Wettbewerb gelang Timo mit 2,61 Sek. wiederum die schnellste Zeit der deutschen Starter, die diesmal zu Bronze reichte. Gold ging erneut an Joel Brown (2,52 Sek.). Tanja Buchholz wurde mit sehr guten 2,77 Sek. Fünfte, Miriam Christ mit 2,80 Sek. Achte. Stefan Bleischwitz (2,91) und Laura Baumann (2,93) folgten auf den Plätzen 9 und 10. Im Cycle ging Timo als Vorrundenschnellster mit 6,93 Sek. als Letzter an den Start. Joel Brown hatte bereits 6,90 Sek. vorgelegt und somit den Druck auf den Butzbacher gewaltig erhöht. Nach einem Sicherheitsversuch von 7,81 Sek. versuchte Timo mit maximal schnellen Stapelfolgen anzugreifen, blieb aber diesmal nicht fehlerfrei und konnte seine Zeit nicht verbessern. So war Miriam Christ mit neuer persönlicher Bestzeit von 7,28 Sek. schnellste Deutsche und gewann Bronze. Timo wurde Sechster vor Tanja (8,21 Sek., Platz 7).

Einen Superstart in das Turnier erwischte Christoph Sauer, der mit 2,18 Sek. Weltmeister im 3-3-3-Finale der 15-18jährigen wurde. Martin Shmakin freute sich über Platz 5 in 2,28 Sek. Im 3-6-3-Finale lief es bei beiden nicht rund und so mussten sie mit den Plätzen 8 und 10 zufrieden sein.  Im Cycle bestätigte Vorjahressieger Mohammed Sharaoui (SST Butzbach) mit 8,19 Sek. seine Vorjahresleistung, wurde diesmal aber nur Siebenter, Christoph lag am Ende mit 8,46 Sek. auf Rang 9.  Es siegte der Engländer Jake Emberton in 7,25 Sekunden.

Einen enormen Niveauanstieg gab es im Turnier der Collegiates (19-24 Jahre). Boris Konrad stackte hier in allen Disziplinen im Bereich seiner Bestleistungen, konnte aber nur in 3-6-3 eine Medaille gewinnen (3.00 Sek.), dafür aber die goldene. 2,81 Sek. bedeuteten Platz 4 in 3-3-3, 8,83 Sek. Platz 4 im Cycle.

Zwei Goldmedaillen gewannen die Masters 1 (25-34 Jahre) für Deutschland. Steve Baltot (SST) siegte in 3-3-3 mit Weltrekord von 2,59 Sek. Bianka Büchner wurde hier Vierte (2,81), Sabrina Mielke Sechste(2,91). Sabrina gewann Gold in 3-6-3 mit 3,33 Sek., nur drei Hundertstel langsamer war Bianka als Dritte, Steve wurde mit 3,38 Sek. Vierter. Mit 9,02 Sek. gewann Steve im Cycle die Silbermedaille, hier platzierten sich Bianka und Sabrina mit 9,68 bzw. 9,78 auf Rang 6 und 7.

Fest in deutscher Hand waren die Podiumsplätze bei den Masters 3 (45-59 Jahre). Ilona Reuhl (3,03; 3,93) gewann 3-3-3 und 3-6-3 jeweils vor Heidi Braunewell (3,13; 4,02), im Cycle drehte Heidi den Spieß um und siegte in 11,21 Sek. vor Ilona mit 11,75 Sek. Bronze in allen Disziplinen gewann Wolfgang Bleischwitz (Stuttgart).

Lief es in den Einzeln eher durchwachsen, so stellten die deutschen Doppel einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter Beweis. Ryan Powell und Leon Reuhl waren als Zweite der Vorrunde in der Altersklasse 12 und jünger ins Finale eingezogen und konnten zusehen, wie ihre US-Konkurrenten 10,40 Sek. vorlegten. Nach einem Fehler im ersten Versuch, stackten sie schnell und sauber durch, stoppten nach 9,61 Sek. ihre persönliche Bestzeit und wurden strahlende Weltmeister!

Am Nebentisch standen drei deutsche Doppel im Finale der Altersklasse 14 und jünger. Laura Baumann und Sabrina Gargiullo eröffneten mit sehr guten 9,77 Sek., die Myers-Brüder aus Minnesota/USA toppten dies mit 8,96 Sek. Aylin und Lorena Braunewell freuten sich riesig, als die Uhr 8,90 Sek. anzeigte, womit sie schon Silber sicher hatten. Dies war die Richtzeit für Gold für Timo Reuhl und David Wolf, die mit 8,38 Sek. im zweiten Versuch ihren Titel vom Vorjahr verteidigen konnten.

Drei Hundertstel Sekunden länger benötigten Dustin Gonsalez und Shane Grinell (Colorado/USA) als Sieger im Finale 18 Jahre und jünger, wo sie überraschend die Weltrekordhalter Andrew und Steven Purruggannan (8,96 Sek.) auf Distanz halten konnten. Mit 9,02 Sek. gewannen Miriam Christ und Christoph Sauer die Bronzemedaille. Jil Rück und Ann-Katrin Wolf wurden mit 10,41 Sek. Fünfte.

Die deutsch-japanische Konstellation Boris Konrad und Tsuyoshi Seo hatte sich bei den Collegiates nach nur einer Trainingseinheit schon super eingespielt und stackte mit 9,81 Sek. in Weltrekordzeit zum Weltmeistertitel. Steve Baltot und Bianka Büchner gewannen mit 10,78 Sek. Silber bei den Masters 1. Alf Neuber und sein Schweizer Partner Shinshendo Weber durften sich nach 13,94 Sek. bei den Masters 2 ebenfalls die Silbermedaille umhängen. Souverän Gold gewannen Heidi Braunewell und Ilona Reuhl bei den Masters 3 in neuer Weltrekordzeit von 12,36 Sek.

Sehr spannend ging es im Eltern-Kind-Finale zu. Zunächst starteten Wolfgang und Stefan Bleischwitz (Stuttgart) mit Weltrekordzeit von 10,46 Sek. in das Turnier. Heidi und Aylin Braunewell gaben sich alle Mühe, ihren verlorenen Weltrekord zurückzuerobern, schafften mit 10,94 Sek. auch eine tolle Zeit, mussten aber mit Silber zufrieden sein. Auch Ilona und Timo Reuhl waren beim Aufwärmen auf Weltrekordkurs, am Wettkampftisch wurden es 11,62 Sek., womit der Dreifacherfolg des deutschen Teams komplettiert werden konnte.

Voller Spannung erwartete man nun die letzten Teamentscheidungen in der 3-6-3-Zeitstaffel. Jeweils vier Teams qualifizierten sich hier für die Finals der Altersklassen und hatten drei Versuche, um sich so gut wie möglich zu platzieren. Bei den 9jährigen stackten Marie Henrich, Aaron Shultz, Jonas Rödl und Ryan Powell mit 18,86 Sek. acht Hundertstel auf die „Stallion Stackers“  aus Texas/USA heraus und  wurden Weltmeister. Mit der tollen Zeit von 15,78 Sek. hielten bei den 12jährigen LADS Germany, das sind Sabrina Gargiullo, David Wolf, Aylin Braunewell und Leon Reuhl, die „Firebolts“ aus Colorado/USA (16,16 Sek.) auf Distanz und ließen die zweite Goldmedaille folgen. Bei den 14jährigen legten die „Supersonic Stackers“ (Colorado/USA) 16,84 Sek. vor, so dass zunächst Florian Friedrich, Laura Baumann, Stefan Bleischwitz und Lorena Braunewell wussten, was sie unterbieten mussten, um Silber sicher zu haben. Mit 15,38 Sek. gelang dem Team „FloLaS“ ein toller Lauf, die drittschnellste Zeit aller Teams bei dieser WM! Dies konnte nun nur noch TeaM2 Germany unterbieten. Und wie sie dies taten! Im Bewusstsein ihrer Stärke stackten sie nach 14,19 Sek. im Sicherheitsversuch volles Risiko, der Lohn war ein umjubelter neuer Weltrekord mit 13,30 Sek. und die Goldmedaille für Timo Reuhl, Tanja Buchholz, Marcus Reitz und Miriam Christ! Den Goldreigen komplettierte „BIBS Germany“ bei den Erwachsenen. Bianka Büchner, Steve Baltot, Boris Konrad und Sabrina Mielke siegten in einem Herzschlagfinale in neuer Weltrekordzeit von 17,77 Sekunden vor dem „InTeam“  (17,84 Sek.).

Das abschließende Bühnenfinale der schnellsten Stacker  des Tages wurde zum Showdown für den 10jährigen Steven Purruggannan, der seine eigenen Weltrekorde in allen Einzeldisziplinen eindrucksvoll verbesserte und seine Ausnahmestellung untermauerte. Mit 1,86 Sek in 3-3-3, 2,36 Sek. in 3-6-3 und 6,21 Sek. im Cycle setzte er Bestmarken, die auf längere Sicht nur er selbst wird gefährden können. Im Doppel und in der Zeitstaffel dagegen behaupteten die Deutschen ihre Spitzenpositionen.  Im Doppel-Stackoff verbesserten sich zunächst Aylin und Lorena Braunewell auf 8,75 Sekunden, bevor Timo Reuhl und David Wolf mit 7,65 Sekunden unter dem Jubel des Publikums den Gesamtweltrekord nach Deutschland zurückholten und Gesamtsieger dieser Disziplin wurden.

Nachdem die Amerikaner sich auf der Bühne nicht verbessern konnten, stand auch TeaM2 Germany bereits als Gesamtsieger der Zeitstaffeln fest, doch das Quartett war in Weltrekordlaune und verbesserte sich tatsächlich noch einmal von 13,30 auf 13,19 Sekunden! Letztes Event der WM 2008 war das Cycle-Nationenfinale, in dem wie im Vorjahr die Teams aus Deutschland und den USA aufeinandertrafen, nachdem sie sich gegen Großbritannien, Singapur und Kanada durchgesetzt hatten. Im kleinen Finale siegte Deutschland 2 mit Jil Rück, Mohammed Sahraoui, Laura Baumann, Ann-Katrin Wolf und Marcus Reitz gegen USA 2 und gewann Bronze. Das Finale entschieden diesmal die stark verbesserten Amerikaner für sich, Silber ging an Timo Reuhl, David Wolf, Tanja Buchholz, Miriam Christ und Christoph Sauer. Alle Ergebnisse im Internet unter www.speedstacks.de.


Bei der Eröffnungsfeier wirkte die Showgruppe des SST Butzbach mit ihrer Shownummer „Fire“ mit.


Ryan Powell und Leon Reuhl (beide SST Butzbach) siegten im Doppelfinale der Altersklasse 12 Jahre und jünger mit 9,61 Sekunden.


Sie waren das schnellste Doppel der WM 2008: Timo Reuhl und David Wolf (SST Butzbach)  siegten mit neuem Weltrekord von 7,65 Sekunden.


Sie gewannen alle Medaillen ihrer Altersklasse Masters 3: (v.l.) Ilona Reuhl, Heidi Braunewell und Wolfgang Bleischwitz.
 

„TeaM2 Germany“ und „FloLaS Germany“ belegten die Plätze 1 und 3 der Staffel-Gesamtwertung.

Text + Fotos: br

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